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Neuer therapeutischer Ansatz bei Morbus Osler (HHT): Vielversprechende Phase-1a-Ergebnisse für TX2100

Für Patientinnen und Patienten mit Morbus Osler (Hereditäre Hämorrhagische Telangiektasie, HHT) gibt es Aussicht auf innovative Behandlungsansätze. Auf der 16. HHT International Scientific Conference im Oktober 2026 stellte das Unternehmen Tectonic Therapeutic die ersten klinischen Ergebnisse der Phase-1a-Studie zu TX2100 vor – einem neuartigen Antagonisten des Apelin-Rezeptors (APJ).

Hintergrund: Die Rolle des Apelin/APJ-Signalwegs bei HHT

Der Apelin-Rezeptor (APJ) ist stark in Endothelzellen angereichert und steuert maßgeblich Prozesse der Angiogenese (Blutgefäßbildung). Bei HHT führen genetische Verlustmutationen im BMP9/ENG/ALK1-Signalweg zu einer erhöhten Expression von Apelin. Dies treibt die Bildung von Telangiektasien und arteriovenösen Malformationen (AVMs) voran.

TX2100 ist ein hochselektiver VHH-Fc-Antikörper, der gezielt als Endothel-angereicherte, anti-angiogene Therapie entwickelt wurde, um die Apelin-getriebene APJ-Signalisierung zu blockieren. In präklinischen Tiermodellen konnte durch einen entsprechenden Ersatz-Antagonisten bereits eine deutliche Reduktion von AVMs, Blutungen und Anämie erreicht werden.

Ergebnisse der Phase-1a-Studie (First-in-Human)

Die erste klinische Studie am Menschen untersuchte aufsteigende Einzeldosen (Single Ascending Doses, SAD) von TX2100 bei gesunden erwachsenen Freiwilligen, verabreicht sowohl intravenös (IV) als auch subkutan (SC). Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Sicherheit und Verträglichkeit: TX2100 erwies sich als allgemein sicher und gut verträglich.
  • Nebenwirkungen: Aufgetretene behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (TEAEs) waren überwiegend mild bis moderat und vorübergehend. Es wurden keine schwerwiegenden, schweren (Grad ≥3) oder fatalen Nebenwirkungen sowie keine dosislimitierenden Toxizitäten beobachtet.
  • Keine klinisch relevanten Auffälligkeiten: Es zeigten sich keine signifikanten Veränderungen bei Vitalzeichen, Laborwerten oder EKG-Parametern. Insbesondere traten keine Blutdruckerhöhungen auf, wie sie häufig bei anti-VEGF-Therapien beobachtet werden.
  • Pharmakokinetik: Das pharmakokinetische Profil zeigte eine zielvermittelte Arzneistoffelimination (TMDD), was auf eine starke und hochaffine Bindung an das Zielprotein hindeutet. Es wurden keine anti-Medikamenten-Antikörper (ADAs) nachgewiesen. Die Daten unterstützen eine subkutan verabreichte Dosis einmal wöchentlich oder alle zwei Wochen.

Ausblick und weiterer klinischer Fahrplan

Die erfolgreichen Daten der Phase-1a-Studie stützen die Fortführung der Entwicklung von TX2100 als zielgerichtete Therapie für HHT-Patienten:

  • Eine offene Phase-1b-Studie bei HHT-Patienten mit Hämatotherapie-Bedarf wird für das Jahresende 2026 erwartet.
  • Eine placebokontrollierte Phase-2-Studie bei mittelschwerer bis schwerer HHT soll im ersten Quartal 2027 anlaufen.

 

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