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Was tun, wenn die Nase blutet? Tipps vom Universitätsklinikum Tübingen

Nasenbluten (medizinisch: Epistaxis) kennen fast alle Menschen aus eigener Erfahrung. Das Gesundheitsmagazin PULS des Universitätsklinikums Tübingen hat dazu kürzlich einen verständlichen Überblick veröffentlicht. Die Ärztin Anna Hofmann von der dortigen HNO-Klinik erklärt darin, woher Nasenbluten kommt und wie man richtig reagiert. Wir fassen die wichtigsten Punkte für euch zusammen.

Wie häufig ist Nasenbluten?

Etwa 60 % der Bevölkerung haben mindestens einmal im Leben Nasenbluten. Nur ein kleiner Teil davon, nach den Angaben aus Tübingen rund 6 bis 10 %, sucht deswegen ärztliche Hilfe. Die Gesamtzahlen beruhen deshalb auf Schätzungen.

Warum blutet die Nase so leicht?

Meist kommt das Blut aus dem vorderen Bereich der Nasenscheidewand. Dort liegt ein dichtes Netz kleiner Blutgefäße, das die Atemluft anwärmt. Wegen dieser Lage trocknet die Schleimhaut leicht aus und wird schnell verletzt, zum Beispiel beim Nasebohren. Ist ein Gefäß beschädigt, beginnt es zu bluten.

Welche Ursachen gibt es?

Oft wirken mehrere Faktoren zusammen. Dazu gehören:

  • Verletzungen der Schleimhaut, etwa durch Nasebohren oder einen Sturz auf die Nase
  • Blutverdünnende Medikamente, die vor allem ältere Menschen einnehmen
  • Schnupfen und Erkältungen
  • Kalte, trockene Luft
  • Dauerhafte Anwendung von Nasenspray
  • Kokainkonsum

Selten stecken Tumore oder besondere Grunderkrankungen dahinter, darunter auch Morbus Osler.

Nasenbluten bei Kindern

Nasenbluten kann in jedem Alter auftreten. In der Klinik sehen die Ärztinnen und Ärzte mehr ältere Erwachsene als Kinder, vermutlich weil diese häufiger Risikofaktoren wie Blutverdünner mitbringen. Bei Kindern sind Unfälle, Fremdkörper in der Nase und Nasebohren typische Auslöser, ebenso Infekte und oberflächlich verlaufende Gefäße. Ohne Vorerkrankungen hört die Blutung meist schnell von selbst auf. Tritt sie jedoch wiederholt ohne erkennbaren Grund auf, sollte man sie zur Sicherheit ärztlich abklären lassen.

Was tun, wenn die Nase blutet?

Das Wichtigste: Ruhe bewahren. Dann hilft vor allem die sogenannte Nasenflügelkompression. Dabei drückt man die Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger fest zusammen, ganz so, als würde man sich die Nase zuhalten. Diesen Druck hält man mehrere Minuten ohne Unterbrechung aufrecht.

Dabei den Kopf leicht nach vorn neigen und nicht in den Nacken legen. Sonst läuft das Blut in den Rachen, wird verschluckt und kann Übelkeit auslösen.

Wann sollte man zum Arzt?

In den meisten Fällen hört Nasenbluten von selbst auf und ist harmlos. Ärztlichen Rat sollte man einholen,

  • wenn Nasenbluten neu und mehrfach ohne erkennbaren Grund auftritt (Termin beim HNO-Arzt),
  • wenn schwere Vorerkrankungen bestehen,
  • wenn die Blutung trotz konsequenter Kompression nicht aufhört.

Bei Kreislaufproblemen sollte man den Rettungsdienst rufen. Wie gefährlich eine Blutung ist, hängt vor allem von der Blutmenge, den Vorerkrankungen und dem Zustand der betroffenen Person ab.

In der HNO-Praxis oder Klinik lässt sich Nasenbluten meist schnell behandeln, etwa mit Einlagen, die die Gefäße verengen, mit einer Verödung durch elektrischen Strom oder bei hartnäckigen Blutungen mit speziellen Tamponaden. Eine Operation ist nur sehr selten nötig.

Wie kann man vorbeugen?

Nach einer Blutung sollte man die Nase einige Tage mit einer sanften Wund- und Heilsalbe pflegen. Etwa zwei Wochen lang sollte man nicht schnäuzen und nicht in der Nase bohren, damit die Schleimhaut abheilen kann. Wer häufiger Nasenbluten hat, kann mit dem HNO-Arzt besprechen, ob sich Risikofaktoren behandeln lassen.

Und bei Morbus Osler (HHT)?

Der Tübinger Artikel richtet sich an die Allgemeinbevölkerung und nennt Morbus Osler nur als seltene Ursache. Für Betroffene mit HHT ist wiederholtes, oft heftiges Nasenbluten dagegen ein Leitsymptom. Die allgemeinen Hinweise ersetzen daher nicht die individuelle Beratung durch ein HHT-Zentrum oder erfahrene HNO-Ärztinnen und -Ärzte. Wer den Verdacht hat, an HHT zu erkranken, oder wiederholt Nasenbluten ohne erkennbaren Grund hat, sollte das ärztlich abklären lassen. Unsere Selbsthilfe hilft gern bei der Suche nach einer geeigneten Anlaufstelle.

Quelle: Maike Daub: „Was tun, wenn die Nase blutet?", PULS – Das Gesundheitsmagazin des Universitätsklinikums Tübingen, 12.10.2026, mit Expertise von Anna Hofmann, Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.
 Zum Originalartikel

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