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Eisenmangel bei HHT: Was Betroffene wissen sollten

Blutungen gehören bei Morbus Osler (HHT) zum Alltag vieler Betroffener – sei es häufiges Nasenbluten oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Die Folge ist oft ein Eisenmangel, manchmal sogar eine Blutarmut (Anämie). Was hilft dagegen wirklich, und worauf sollte man achten? Ein Überblick in verständlicher Sprache.

Warum ist Eisenmangel bei HHT so häufig?

Wiederkehrende Blutungen führen dazu, dass der Körper ständig Eisen verliert – oft mehr, als über die Nahrung wieder aufgenommen werden kann. Deshalb lohnt es sich, das Thema Eisen aktiv im Blick zu behalten, statt nur auf Symptome wie Müdigkeit oder Blässe zu warten.

Ernährung: hilfreich, aber nicht immer ausreichend

Eine eisenreiche Ernährung kann den Eisenhaushalt unterstützen. Gute Eisenquellen sind zum Beispiel:

  • Linsen und andere Hülsenfrüchte
  • Fisch
  • Vollkorngetreide
  • grünes Blattgemüse
  • rotes Fleisch

Wichtig zu wissen: Bei stärkeren Blutungen – etwa häufigem, starkem Nasenbluten, starker Menstruation oder nach Operationen – reicht die Ernährung allein in der Regel nicht aus, um den Eisenverlust auszugleichen. Dann braucht es zusätzliche Unterstützung durch Eisenpräparate.

Regelmäßige Blutuntersuchungen

Wer unter wiederkehrenden Blutungen leidet oder Anzeichen einer Blutarmut zeigt, sollte ein- bis zweimal im Jahr eine Blutuntersuchung machen lassen. Kontrolliert werden dabei unter anderem das große Blutbild und der Eisenstatus, bei Bedarf auch Vitamin B12 und Folsäure. So lässt sich ein Mangel frühzeitig erkennen – auch dann, wenn noch keine Anämie vorliegt.

Eisen zum Einnehmen (orale Eisentherapie)

Liegt ein Eisenmangel ohne oder nur mit leichter Blutarmut vor, kommen häufig Eisentabletten zum Einsatz. Ein paar Tipps für die Einnahme:

  • Eisentabletten wirken am besten auf nüchternen Magen – also mindestens 30 Minuten vor einer Mahlzeit oder mindestens 2 Stunden danach (das gilt auch für Tee, der die Aufnahme hemmen kann).
  • Vertragen Standardpräparate nicht gut, kann bei starken Nebenwirkungen eine andere Eisenform (Eisen(III)-maltol) infrage kommen.
  • Nach einiger Zeit wird ärztlich überprüft, ob die Behandlung anschlägt – der genaue Zeitpunkt hängt davon ab, wie ausgeprägt der Eisenmangel oder die Anämie ist.

Eisen über die Vene (intravenöse Eisentherapie)

Bei einer ausgeprägten Eisenmangelanämie oder wenn Tabletten nicht ausreichend wirken, kann Eisen direkt über eine Infusion verabreicht werden. Das wirkt schneller, ist aber ein etwas aufwendigerer Eingriff mit einigen Besonderheiten:

  • Es gibt verschiedene Eisenpräparate für die Infusion. Sie unterscheiden sich unter anderem im Risiko für einen vorübergehenden Phosphatmangel (Hypophosphatämie) – bei modernen Präparaten wie Eisen(III)-derisomaltose ist dieses Risiko geringer als bei manchen anderen Präparaten wie Eisen(III)-carboxymaltose (z. B. Ferinject®).
  • Während oder kurz nach der Infusion kann es zu einer sogenannten Fishbane-Reaktion kommen: eine akute, aber harmlose und vorübergehende Reaktion (z. B. Hitzegefühl, Brust- oder Gelenkschmerzen), die bei etwa 1 bis 3 von 100 Behandelten auftritt. Auch echte Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Deshalb sollte eine Eiseninfusion immer in einer Praxis oder Klinik erfolgen, die auf solche Reaktionen vorbereitet ist.

Kurz erklärt: Was bedeutet „Vaskulopathie“?

Im Zusammenhang mit der Eisentherapie fällt gelegentlich der Begriff „Vaskulopathie“. Damit sind Veränderungen an den Blutgefäßen gemeint – also strukturelle oder funktionelle Auffälligkeiten der Gefäßwände. Bei HHT sind genau solche Gefäßveränderungen (etwa erweiterte, brüchige Gefäße oder Gefäßfehlbildungen) die eigentliche Ursache der Blutungen. Die Eisentherapie behandelt also nur die Folge – den Eisenmangel. Die zugrunde liegende Gefäßerkrankung selbst muss unabhängig davon nach den geltenden ärztlichen Leitlinien beziehungsweise dem individuellen Behandlungsplan weiterbehandelt werden.

Nachsorge: dranbleiben lohnt sich

Nach Beginn einer Eisenbehandlung ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig. Dabei werden unter anderem folgende Werte im Blut überprüft:

  • Hämoglobin (Hb), MCV, Ferritin
  • CRP – vor allem bei Neigung zu Entzündungen
  • Transferrin und Transferrinsättigung
  • Retikulozyten
  • bei Bedarf Vitamin B12 und Folsäure

Nach einer Eiseninfusion wird zusätzlich der Phosphatwert kontrolliert, bei Bedarf auch Calcium, Parathormon (PTH) und Vitamin D. Und nicht zuletzt: Die eisenreiche Ernährung bleibt auch während einer medikamentösen Behandlung ein sinnvoller Baustein.

 

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Morbus Osler Selbsthilfe e.V. darf und kann keine Diagnosen stellen oder individuelle Therapieempfehlungen geben. Bitte besprechen Sie Ihre persönliche Situation, Blutwerte und die passende Behandlung immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kontakt

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